
Der Februar war für das Schweizer Startup-Ökosystem ein Monat mit gemischten Signalen. Einerseits lag das Finanzierungsvolumen deutlich unter dem Vormonat und auch unter dem Vorjahr. Andererseits gab es eine Reihe positiver struktureller Entwicklungen rund um Spin-offs, politische Initiativen und Fonds.
Schweizer Venture Deals im Februar
Im Februar wurden rund 100 Millionen CHF in 15 Finanzierungsrunden in Schweizer Startups investiert. Zusätzlich gab es einige weitere Runden, bei denen die Investmenthöhe nicht öffentlich kommuniziert wurde.
Damit liegt der Monat deutlich unter dem Januar, in dem knapp 500 Millionen CHF in 19 Finanzierungsrunden angekündigt wurden. Der Hauptgrund für diesen Rückgang ist relativ einfach: Im Februar wurde keine echte Growth-Runde im grösseren Volumenbereich bekannt gegeben.
Trotzdem gab es einige interessante Signale im Markt. Insgesamt wurden fünf Runden zwischen 10 und 20 Millionen CHF abgeschlossen. Das deutet darauf hin, dass Early-Growth-Finanzierungen weiterhin funktionieren, auch wenn grosse Late-Stage-Deals aktuell seltener sind.
Auch im Vergleich zum Vorjahr fällt der Monat schwächer aus. Im Februar 2025 wurden 24 Deals mit insgesamt 265 Millionen CHF kommuniziert. Das aktuelle Volumen liegt also deutlich darunter.
Weitere Entwicklungen im Schweizer Startup-Ökosystem
Neben den Venture Deals gab es im Februar einige bemerkenswerte Entwicklungen im Schweizer Startup-Umfeld.
Sowohl ETH Zürich als auch EPFL haben für das Jahr 2025 ein Rekordjahr bei Spin-offs gemeldet. Beide Hochschulen haben jeweils über 80 neue Spin-offs hervorgebracht. Das unterstreicht einmal mehr die zentrale Rolle der Schweizer Hochschulen als Quelle für neue DeepTech-Startups.
Auch politisch gab es Bewegung: Die Swiss Startup Association hat eine neue politische Agenda für den Startup-Standort Schweiz lanciert. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für Startups weiter zu verbessern – etwa bei Talent, Kapitalzugang und Regulierung.
Im internationalen Vergleich hat die Schweiz ebenfalls gut abgeschnitten. In einem aktuellen Startup-Support-Rankinggehört das Land weiterhin zu den weltweit führenden Standorten für Startup-Förderung.
Eine weitere interessante Entwicklung kommt aus der Fondslandschaft: Constructor Capital hat das erste Closing seines ersten Fonds mit 110 Millionen CHF kommuniziert. Das zeigt, dass auch auf Investorenseite weiterhin neues Kapital für DeepTech-Investments aufgebaut wird.
Blick nach Europa
Während die Schweiz im Februar ein eher ruhigerer Venture-Monat war, zeigte sich Europa insgesamt deutlich dynamischer.
Mit rund 431 Finanzierungsrunden und etwa 7 Milliarden Euro Gesamtvolumen gehörte der Februar zu den stärkeren Monaten der letzten Zeit. Das liegt klar über dem Niveau von Januar und Dezember und entspricht etwa 56% mehr Kapital als im Februar 2025.
Ein grosser Teil der Investitionen konzentriert sich weiterhin auf KI-nahe Unternehmen und Infrastruktur.
Exit- und M&A-Markt
Der Exit-Markt bleibt dagegen weiterhin eher ruhig. Im Februar wurden 52 Transaktionen registriert. Exakt gleich viele wie im Januar.
Der grösste Deal des Monats war die Übernahme der Secondhand-Plattform Depop durch Ebay für 1,2 Milliarden Dollar.
Fazit
Der Februar zeigt ein gemischtes Bild.
In der Schweiz war das Investmentvolumen deutlich niedriger als im Vormonat und im Vorjahr. Gleichzeitig gibt es weiterhin solide Aktivität im Early-Growth-Segment sowie positive Entwicklungen rund um Spin-offs, neue Fonds und politische Initiativen.
In Europa bleibt Venture Capital stark auf AI-Infrastruktur und DeepTech konzentriert, mit einzelnen sehr großen Finanzierungsrunden. Gleichzeitig bleibt der Markt selektiv: Kapital fließt vor allem in bestimmte Technologien und in wenige zentrale Ökosysteme, allen voran London.
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